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 Un-/Sinniges

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Zitat Fritz B. Busch (Motor Klassik 9/05):

"Wenn man mit einem offenen Pontiac Bonneville oder gar einem Lincoln Continental über den Sunset Boulevard hinunter nach Malibu Beach fuhr, war einem direkt schon peinlich, wie viele Mädchen man stehen lassen musste, weil nicht alle reinpassten."

 

Fahreindrücke

Bis 60 km/h: Absoluter Komfortbereich für alle Passagiere. Selbst bei geöffnetem Verdeck und versenkten Scheiben kein unangenehmer Fahrtwind. Nur das Abrollgeräusch der Reifen ist hörbar.

60 - 80 km/h: Im Interesse der Passagiere auf der Rücksitzbank sollten die Seitenscheiben geschlossen werden. Sturmsichere Kopfbedeckungen sind hinten erforderlich.

80 - 110 km/h: Sitzt man vorne noch wirklich komfortabel, werden von hinten Aufforderungen laut, das Verdeck zu schließen.

Bei Regen: In diesem Geschwindigkeitsbereich bleibt selbst bei geöffnetem Verdeck der Innenraum noch trocken. Passagiere auf der Rücksitzbank lehnen diese Betriebsform aber durchweg ab.

110 - 130 km/h: Fahrer/Beifahrer mit Hut sollten jetzt zumindest die Seitenscheiben schließen. Bei geschlossenem Verdeck nehmen die Windgeräusche deutlich zu, der Spritverbrauch ebenfalls.

130 - 160 km/h: Die Kühlwassertemperatur steigt merklich an und der Spritverbrauch wird unverschämt. Verblüffend, wie locker der Lincoln in diesen Geschwindigkeitsbereichen noch beschleunigt.

160 - 180 km/h: Derartige Geschwindigkeiten lassen sich nur auf völlig freien Autobahnen realisieren. Jeder vor einem ausscherende Verkehrsteilnehmer wird zur Nagelprobe für die Bremsen. Bei geöffnetem Verdeck riskiert man nun auch seinen Hut. Zudem wird der Motor nun deutlich vernehmbar und die Tankanzeige entwickelt eine atemberaubende Dynamik. Als Dauergeschwindigkeit ist dies weder der Technik, noch dem Geldbeutel zumutbar; macht aber richtig Spaß. Selbst starke und lange Autobahnsteigungen nimmt der Wagen locker.

Über 180 km/h: Die Überschreitung der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ist ohnehin unzulässig. Außerdem besitzen die montieren M/S-Reifen nur H-Kennung. Da der Lincoln bis zu dieser Geschwindigkeit noch spürbar beschleunigt, halte ich 190 km/h für möglich (eventuelle Tachovoreilung nicht eingerechnet).

Shocking

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Coolness
Bis Ende Januar 05 war die Welt noch in Ordnung und ich der Überzeugung das coolste Auto aller Zeiten zu fahren. Dann erschein Chrom & Flammen Heft 2/05 mit der von Experten erstellten ultimativen Liste der 50 plus 1 coolsten US-Autos aller Zeiten: Lincoln Continental `61-`64 auf Platz 26! Selbst aktuelle Großserienfahrzeuge wie Ford Mustang und Chrysler 300 sind cooler. Nicht auszudenken auf welcher Position mein Auto bei einer Berücksichtigung aller Autos dieser Welt stünde. Wahrscheinlich irgendwo zwischen Mercedes E 270 CDI und KIA Picanto. Es wird wohl noch Monate intensivster Therapie bedürfen, bis ich mich wieder mit diesem Auto in die Öffentlichkeit wage.

Faszination
Worin liegt die Motivation veraltete Technik mit viel Aufwand halbwegs am Laufen zu halten? Worin liegt die Freude am Fahren in permanenter Befürchtung einer Panne? Woher kommt die Gelassenheit die Kommentare unserer lieben Mitmenschen zu ertragen?
Vermutlich hat die Faszination klassischer Autos vielfältige Ursachen: Das Fahrerlebnis, weit jenseits heutiger Alltagsautos. Das Design, das neben der Funktion auch der Ästhetik folgen durfte. Der Charme sorgloser Konzeption und unbeholfener konstruktiver Details. Die Freude wenn mal alles funktioniert. Die Nostalgie, die bei einem alten Auto immer mitfährt. Irgendwie bewegt man sich mit diesen Autos immer in einer eigenen Welt – eine Art Kurzurlaub vom Alltag.

Ökologie
Immer wieder verblüffend wie sparsam alte Autos mit Ressourcen umgehen. Bei zurückhaltender Fahrweise und Vermeidung von Stadtverkehr sind Verbrauchswerte von unter 20 Liter pro 100 km mit einem Lincoln durchaus realistisch. Das ist für ein 6-sitziges Cabrio meines Erachtens durchaus angemessen. Zugegebenermaßen fahre ich nicht permanent mit 6 Personen durch die Gegend. Aber um meine 5-köpfige Familie von A nach B zu bringen, müsste ich in einem Smart die Distanz siebenmal zurücklegen. Damit ist selbst der Benzinverbrauch eines Smarts 20 % über dem eines 62er Lincolns und das bei wesentlich geringerem Komfort und niedrigeren Fahrleistungen. Betrachtet man den Schadstoffausstoß, so fällt auf, dass der Querschnitt der beiden Auspuffrohre weit unter dem Durchschnitt heutiger Fahrzeuge liegt. Da können kaum (schädliche) Abgase entweichen. Dass die Belastung durch die Herstellung bei einem 43 Jahre alten Autos im Verhältnis zur Nutzungsdauer außerordentlich gering ist, braucht in diesem Zusammenhang wohl kaum erwähnt zu werden.

 

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